Freitag, 30. Juni 2017

Künstlerhaus in Nordhalben erhielt bemerkenswerte Fassade


In der dritten und vierten Juniwoche erhielt das Künstlerhaus sein endgültiges "Gesicht".

Der Essener Künstler Viktor Cleve schuf vor aller Augen ein Kunstwerk, das in seiner Einmaligkeit, Bewegtheit und Frische besticht.

Nachdem die beiden Farbakrobaten Albert und Klaus in gewohnter Stille und Gründlichkeit dem gesamten Haus ein neues Gewand angelegt hatten, war man mit dem wunderbaren Ergebnis eigentlich schon zufrieden. Der bestechend leuchtende Gelbton verleiht dem gesamten Straßenzug plötzlich neues Licht.







Wie erstaunt war der Betrachter dann, als die gelungene Arbeit plötzlich weiterging.





Der Künstler Cleve ließ auch bei diesem Kunstwerk seine ganz eigene Bildsprache erklingen: Man konnte live miterleben, wie mehrere "Erzählebenen" übereinander gelegt wurden. Dadurch soll der Betrachter, der zunächst vom vordergründigen Bildgeschehen gefangen genommen wird, zum Entfalten ganz eigener Geschichten angeregt werden. Geschichten, die zwischen Vordergrund und erst später sichtbaren, verschiedenen Hintergründen konkurrieren, aber auch sich auch dann erst entfalten sollen.

Viktor Cleve


Um es für den Betrachter leichter zu machen, soll das Gesamtkunstwerk so erklärt werden, wie es entstanden ist, nämlich vom nur bei genauerem Hinsehen erkennbaren Hintergrund. Hier sind zunächst schmale, miteinander verbundene Linien entstanden, die an die Geometrie alter Fachwerkhäuser erinnern sollen. Unser Maxhaus ist ja in der Tat ein historisches, 150 Jahre altes Gebäude. Das architektonische Formenspiel bringt Bewegung und Struktur in die große Fläche.

Die hellen Kreise, Quadrate und Dreiecke stehen für Mathematik, Wissenschaft, Kunst und Architektur. Besonders augenfällig sind die kräftig roten Linien, die zwei Punkte verbinden. Hier soll eine Kommunikationsform, nämlich eine Unterhaltung, ein aufeinander Eingehen zweier Punkten ausgedrückt werden. Dieser so entstehende "Kommunikationsstrom" zieht sich, zunächst fast unmerklich, weil farbdezent, über das gesamte Kunstwerk.

Im Mittelpunkt, leuchtend weiß und strahlend, begrüßt den Betrachter Albrecht Dürers Eva. Sie steht für die großen alten Maler. Ihre Frisur zeigt stellvertretend den Aufbruch in die neue Zeit. Links, farblich etwas zurückhaltender, zeigt sich uns "der Künstler", mit einem Kopf voller sprühender Ideen. Der Springer auf der rechten Seite steht für den Sprung in die neue Zeit, für den Aufbruch. Er jongliert einen Baum auf dem Kopf, ein Synonym für das Wachstum. Diese gewagte Jonglage soll auch zeigen, dass Künstler immer wieder Mut aufbringen, Neues zu wagen. Zugvögel stehen für die zufliegenden Ideen, aber auch für das Wiederkehren der Künstler.

Nach links hin verdichten sich die anfangs beschriebenen Hintergrundformen. Aber der Betrachter hat das Gefühl, dass sich die vertrauten Kreise und Dreiecke auf der Seitenfläche nun in Flüchtigkeit auflöst. Das Kunstwerk entgleitet einem in einen visionären Raum hinaus.



An dieser Stelle großen, herzlichen Dank an den Künstler Viktor Cleve, der für unsere Gemeinde so wunderbare, reiche Malerei schuf!

(H. Frank für NohA; Fotos: O. Adler)

Samstag, 22. April 2017

"Heimat im Handgepäck" Eine deutsch- amerikanische Ausstellung

Ausstellung im Künstlerhaus im Mai


1845 gründeten Siedler aus dem Frankenwald den Ort Frankenmuth in Michigan. Das historische Museum Frankenmuth zeigt mitgebrachte Dinge der fränkischen Einwanderer, darunter auch einige Spielsachen.

Bei einem Besuch im Museum stellte sich die Frage: Was würden Kinder unserer Zeit als ihr liebstes Erinnerungsstück mitnehmen, wenn sie ihre Heimat verlassen müssten?

Zunächst machten sich die Kinder in Nordhalben Gedanken. Sie brachten ihre Lieblingsstücke in die Schule mit, entwickelten Zeichnungen und Collagen. Die fertigen Arbeiten reisten in die USA, nach Michigan. Auch hier beschäftigten sich die Kinder intensiv mit dem Thema und schon nach wenigen Tagen lagen ihre Bilder bereit.

Alle Kinder haben sehr schnell verstanden, dass es um Begriffe geht, deren Wirkung mit Worten nicht immer leicht zu beschreiben ist:

Abschied nehmen und Zurücklassen vertrauter Menschen in der gewohnten Umgebung, 
Heimweh,
 Schutz suchen am fremden Ort - auch mit Dingen, die an daheim erinnern,
Zeit - die man braucht, sich in einem anderen Land wieder wohl zu fühlen.

Welcher Gegenstand soll mich dabei begleiten?


Nach der Ausstellung aller Arbeiten im Historischen Museum Frankenmuth sind die Bilder nun in Nordhalben zu sehen.

Gibt es Unterschiede in den liebsten Erinnerungsstücken der deutschen und amerikanischen Kinder?

Das dürfen die Besucher der Ausstellung im Künstlerhaus Nordhalben herausfinden.

Grundschule Nordhalben (Kombiklasse 3/4) - List Elementary School Frankenmuth, Michigan.

Ausstellung im Künstlerhaus Nordhalben, Lobensteiner Straße 11 -

Eröffnung: Donnerstag, 4. Mai, 18:00 Uhr

Ausstellungsdauer: 5. - 21. Mai, 
geöffnet jeden Freitag, Samstag und Sonntag 
von 14:0 - 16:00 Uhr (geführte Ausstellung!)

(Irmgard Freischlad, Essen)

Mittwoch, 5. April 2017

Kein Winterschlaf für das Künstlerhaus Nordhalben


Ziemlich unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich seit dem letzten Herbst im Künstlerhaus sehr viel getan. Die Heinzelmännchen waren vom Keller bis zum Dachboden tätig.

Noch im Dezember rückten dienstbare Geister an, stellten Möbel zur Verfügung und bauten diese zusammen, bzw. verpassten ihnen ein neues Outfit.

Unbeirrt von eisigen Minustemperaturen kümmerten sich Freiwillige im Januar in einem mehr als fünfzig - stündigen Arbeitseinsatz um die Fertigstellung des Bades. Fußboden und Duschbereich wurden gefliest und fachmännisch abgedichtet. Eine weibliche Putztruppe übernahm anschließend die Reinigung.

Im Februar plagten sich vier Spezialisten für die Einrichtung der Küche und der fünf Gästezimmer. Sie bauten in einer mehr als siebzig - stündigen Aktion sperrige, eigensinnige Einrichtungsgegenstände eines nicht ganz unbekannten schwedischen Einrichtungshauses zusammen. Besonders der Zusammenbau der neuen, einladenden Küche stellte eine schwere Herausforderung dar.

Im März wurde von Zimmerleuten sehr professionell und in kürzester Zeit eine gedämmte Umwandung als Abschluss des Treppenhauses im Dachraum eingebracht. Nun bleibt der wunderbar erhaltene Dachstuhl des knapp 150 Jahre alten Hauses gut durchlüftet, ohne dass man im Treppenhaus, auch nicht im eisigsten Winter, erfrieren muss.

Fußboden - und Treppenhausausbesserungsarbeiten schließen sich jetzt im April an.

Wir hoffen alle, dass dann die wichtigsten Innenarbeiten abgeschlossen sein werden und unser Künstlerhaus beziehbar ist - rechtzeitig zum Eintreffen der ersten Künstler an Ostern.

Das neue Kunstjahr in unserem Heimatort ist also bestens gesichert. Für 2017 stehen schon einige Events an. Unser Maxhaus im wunderschönen Frankenwald ist offenbar sehr gefragt, es ist bereits gut ausgebucht.

(H.F. für NohA)

Donnerstag, 19. Januar 2017

Geldsegen für Bürgerprojekte


Liebe Bürgerinnen und Bürger,

das Jahr 2017 beginnt für „NohA“ unter einem guten Stern.

In der ersten Gemeinderatssitzung dieses Jahres konnte unser Bürgermeister Michael Pöhnlein, eine sehr erfreuliche Nachricht bekannt geben.

Die vor 94 Jahren in Nordhalben geborene Frau Elisabeth Neumeister, geborene Wunder, ist schon als 6-Jährige mit ihren Eltern von Nordhalben weggezogen. Verwandtschaftliche Bande und reges Interesse an der Entwicklung ihres Geburtsortes, haben ihr die Situation in Nordhalben vor Augen geführt.
Aber auch die sehr aktiven Bürger, die ihr Dorf nicht einfach aufgeben.
Frau Neumeister ist von solch optimistischer Tatkraft fasziniert.

Sie reiste nach Nordhalben, ließ sich vom Bürgermeister Pöhnlein direkt vor Ort, alles zeigen, was sie durch Presse, Funk und Fernsehen schon erfahren hatte. Beeindruckt von der Einmaligkeit des bisher Geschaffenen hat es sie und ihren Berater überzeugt. Ihren Wunsch „NohA“ und damit Nordhalben finanziell zu unterstützen hat sie jetzt verwirklicht.

Wir sind Frau Neumeister überaus dankbar, für die sehr großzügige Stiftung in Höhe von: 100.000,- €

Stiftungen sind dauerhafte Einrichtungen. Die Entnahmen dürfen nur in Höhe der Zins- oder sonstiger Erträge erfolgen. Wegen der derzeitigen Zinssituation sind Entnahmen kaum möglich. Es wurde deshalb eine Verbrauchsstiftung gegründet die jährlich eine begrenzte Kapitalentnahme bis zu einer Höhe von 8000,- € erlaubt. 

„NohA“ wird so wie bisher alle Spenden und jetzt auch Stiftungsentnahmen sehr sorgfältig und sparsam verwenden. Es hat sich bisher als erfolgreich erwiesen, alle Leistungen von freiwillig arbeitenden Bürgerinnen und Bürgern unentgeltlich zu erbringen. Die Materialbeschaffung, Maschinen- und Gerätekosten durch Spenden, oder jetzt auch teilweise durch Entnahmen aus der Verbrauchsstiftung zu begleichen.

Nur den vielen Nordhalbener Bürgerinnen und Bürgern, die sich jahrelang für ihren Ort einsetzten, ist es zu verdanken, dass inzwischen bayernweit mit Hochachtung und Bewunderung von diesem Ort gesprochen wird. Ohne diese Bürgerschaft gäbe es keine Bankenspenden und keine großherzige Stiftung.

„NohA“ dankt allen die sich auf irgendeine Weise an unserer Bürgerinitiative beteiligt haben, denn wir können nur „miteinander weiterkommen“.