"Millionen aktive Bürgerinnen und Bürger könnten mehr leisten, als es
der Staat jemals vermöge. Dabei sollte die kommunale Selbstverwaltung
gestärkt werden. Für diese Leistung sollten Freiräume geschaffen werden,
Mut gemacht und Unterstützung gegeben werden." Gemäß dieser Aufforderung von Ministerpräsident Seehofer von 2008 handelten die Bürger Nordhalbens unter der Federführung
NohA`s und der Freien Wähler letztes Wochenende.
Das Objekt des Anstoßes war ein Haus, gelegen an einer peinlich
exponierten Stelle, an der Roseninsel direkt vor der Klöppelschule.
Mindestens seit zehn Jahren wurde darüber verhandelt, wie man diesen
Schandfleck beheben könnte.
Die bewegte Geschichte dieser Immobilie könnte stellvertretend für die wechselvolle Geschichte dieses Grenzortes stehen.
Bei Kriegsende bezog
es eine Heimat vertriebene Schusterfamilie. 1962 bis 1989 bekam es nach
seiner Bewohnerin den Namen "Muschhaus". Die folgenden 25 Jahre waren geprägt durch häufig wechselnde Besitzer, die allesamt einen Umbau planten. Diese Maßnahmen scheiterten wegen unterschiedlichster Gründe.
Ein einstmals stolzes Häuschen wurde durch diesen langen Leerstand zu
einem nicht mehr sanierungsfähigen Gebäude.
Leider kann man eine solche
Entwicklung an bereits vierzig Immobilien Nordhalbens beobachten.
Alleine zehn davon sind baufällig und stellen eine Gefahr für die
Bevölkerung dar. Handlungsbedarf ist dringend angezeigt!
Aber offensichtlich muss der Leidensdruck sehr groß sein, bis endlich
gehandelt wird. So sammelte die Bürgerinitiative
NohA alle verfügbaren
Kräfte und legte, unter der Federführung Otmar Adlers und des zweiten
Bürgermeisters, Gerhard Schneider, unterstützt von seiner Fraktion,
selbst Hand an. Diese schnelle und exzellent organisierte Aktion sollte
der Bevölkerung auch ein wenig zeigen, was man bewegen kann, wenn man,
zusammen mit Nachbarschaftshilfe, selbst Hand anlegt und nicht nur auf
Hilfe von oben wartet.
Aber ganz so einfach ging die Sache nun doch
nicht von Statten. Dieser Aktion gingen lange, Nerven zerrüttende
Verhandlungen voraus. Über ein Jahr musste Herr Bächer von "Planwerk"
Nürnberg damit zubringen, Besitzverhältnisse zu klären und schließlich
darauf warten, bis die Besitzer bereit waren, das Haus samt Grund der
Gemeinde zu überschreiben. Dies ist nötig, denn private Hausbesitzer
sind mit so einem Vorhaben meistens überfordert.
Schließlich hat es Nordhalben ja nun doch geschafft, schier Unmögliches
möglich zu machen.
Unter großer Anteilnahme von Bevölkerung und unter
kritischer Beobachtung des Regionalen Fernsehens rückten am Freitag
Mitarbeiter der Fa. Adlerhaus an, die kostenlos den Dachstuhl
rückbauten.
Am Samstag stellte die Firma Hertel Bagger und Fahrzeug zur
Verfügung und beseitigte das Restgebäude. Dabei muss der kostenlose
Einsatz des Baggerführers Werner Wachter, aber auch die Bereitschaft des Forstwirtes
Andreas Wunder, der sein Fahrzeug anbot, hervorgehoben werden.
Sie sollen hier stellvertretend für fast zwanzig unentgeltliche Helfer
genannt werden.
Ein großes Dankeschön geht auch an Herrn Bardum und Herrn Hannweber vom
Landratsamt Kronach, dem Ing.-Büro IVS Kronach und dem 1.Bgm Michael Pöhnlein für die unbürokratische Unterstützung. Allen an dieser Stelle nochmal ein
riesiges Dankeschön!
Die freigewordene Fläche soll nun als Grünfläche so gestaltet werden,
dass es den Namen der dort verlaufenden Straße "Roseninsel" gerecht wird.
Es wäre wunderbar, wenn diese Aktion nicht nur den Bürgerinnen und
Bürgern Nordhalbens, sondern auch der gesamten Region Mut machen könnte,
das Problem der nicht sanierungsfähigen Häuser aktiv, kreativ und
unbürokratisch anzugehen.
NohA Kernteam