Sonntag, 11. Juli 2021

2. Kunstsommer in Nordhalben



Liebe Freundinnen und Freunde des Maxhauses,


jetzt ist es bald soweit. Der 2. Nordhalbener Kunstsommer startet trotz der ungünstigen Bedingungen, die uns Corona bereitet am 24.07.2021. Aufgrund der langen Vorbereitungszeit und der dabei noch unabsehbaren Coronalage wird der 2. Nordhalbener Kunstsommer in einem anderen Format als der erste Kunstsommer durchgeführt. Ausländischen Künstler/innen musste leider abgesagt werden.

Neue Wandbemalungen, Schaufensterausstellungen und zeitweise auch offene Ateliers der vorwiegend lokalen Künstler/innen laden bis zum 22.08.2021 zu einer Kunst-Entdeckungstour durch Nordhalben ein. Auch die zahlreichen schon bestehenden Kunstwerke im Ort liegen auf der diesjährigen Kunststrecke. Viktor Cleve (Wandmalerei) aus Essen, Ramona Taterra (Grafik) aus Berlin, Chris Roth (Malerei) aus Heidelberg und Brandy and Brutos (Wandmalerei) aus Greiz verstärken die lokale Kunstszene.

Eine kleine Eröffnungsfeier und weitere kleine Veranstaltungen sind geplant. Diese können allerdings erst bei genauerem Überblick auf die dann jeweils aktuelle Coronalage angekündigt werden.

Weiterhin ist geplant, dass an den Wochenenden ein Eis- und ein Würstchenstand in Nordhalben Halt machen.

Ein Literaturpfad läd am alten Polizeigebäude zum Verweilen ein. Auch der „Beach“ ist wieder aufgebaut.

Wir freuen uns, dass der Kunstsommer stattfinden kann und hoffen, dass er zahlreiche Besucher nach Nordhalben locken wird.

Die Martgemeinde Nordhalben, Die Bürgerinitiative NohA und das Oranisationsteam DKD-Art laden herzlich zum Rundgand zum Schauen, Entdecken und Genießen ein.

Beachten Sie bitte die dann jeweils aktuellen Coronamaßnahmen.




Montag, 23. September 2019

Viktor Cleve | KERWA | YOUNG FACES | 13 Portraits



 
Vernissage:
am Mittwoch, 25. September 
um 19:00 Uhr
 
Ausstellung:
am Sa. 28.09. und 
So. 29.09. 
jeweils von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr

 

Samstag, 21. September 2019

Schieferwochen enden mit einer Finisage im Maxhaus

Liebe Freunde des Künstlerhauses in Nordhalben,

sehr herzlich laden wir Euch ein zur

Finissage der 3. Schieferwochen
am Samstag, den 21.09.19 
um 18 Uhr 
im Maxhaus.

Mittwoch, 10. Juli 2019

Collaborative Painting


Viktor Cleve und Monika Jährig haben mit ihrer Arbeit begonnen.

Das Ergebnis zeigen wir im Rahmen einer Ausstellung

am 14.07.19

um 11 Uhr

im Künstlerhaus Nordhalben, Lobensteiner Str. 11


Zuschauer sind auch schon während der Woche gerne gesehen.

Mittwoch, 3. Juli 2019

Stipendium ging an Gertrud Riethmüller



Das erste Künstlerhaus-Stipendium ging an
Gertrud Riethmüller aus St. Wendel.

Für vier Wochen stand ihr das Künstlerhaus zur Verfügung.
Hier konnte sie in der Abgeschiedenheit intensiv an ihren künstlerischen Vorstellungen arbeiten.

Gertrud Riethmüller:
"Während meines Arbeitsstipendiums in Nordhalben habe ich mich in meiner Arbeit auf die dort seit knapp 120 Jahren ansässige Tradition des Klöppelns bezogen. 
Dazu entstanden 3 Arbeiten: 

„Flechtwerk“, eine Audioinstallation aus einer 300 x 45 cm langen Bogenspitze aus Audiokabeln und gesammelten Sounds aus Nordhalben. 



Eine Videoinstallation im Gewölbekeller des Maxhauses, 
 





sowie eine Konzeptarbeit aus Zeichnung und Text, „Die unsichtbare Spitze“. 

In den Arbeiten steht weniger die Technik des Klöppelns im Vordergrund, als vielmehr der historische Hintergrund der Klöpplerinnen als Heimarbeiterinnen unter verarmten und erbärmlichen Arbeits -und Lebensbedingungen.

Für mich und meine Arbeit war die Zeit in Nordhalben ideal. 4 Wochen ohne Ablenkung und völlig auf sich zurückgeworfen bekam das künstlerische Arbeiten eine sehr durchdringende Position.Da wo die abgelegene Lage Nordhalbens zu Umständen führt, werden diese doppelt durch die herzliche und engagierte Unterstützung der Künstlerhaus Mitglieder aufgehoben."


Mittwoch, 14. November 2018

Stipendium 2019

Maxhaus | Künstlerhaus Nordhalben vergibt 2019 ein erstes Atelierstipendium



Zum ersten Mal vergibt das als Maxhaus bekannte Künstlerhaus Nordhalben im Rahmen der Künstlerförderung ein Stipendium für einen einmonatigen Atelieraufenthalt.

Das Stipendium umfasst über 3 – 4 Wochen:


- Nutzung der Atelier- und Galerieräume

- Nutzung der Wohnräume

- Terminierung des Aufenthalts in Absprache zwischen dem 17. April und dem 5. Juli

- Einplanung von Besuchszeiten im Sinne eines offenen Ateliers

- Durchführung einer öffentlichen Abschlusspräsentation

Das Stipendium richtet sich an freischaffende Künstler/innen aller bildnerischen Medien. Die Ortsstruktur, die umgebende Natur und die Geschichte Nordhalbens bieten vielfältige Impulse. Eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Ort Nordhalben ist während des Aufenthaltes wünschenswert, aber nicht notwendigerweise erforderlich.

Die Bewerbungsunterlagen sollen die künstlerische Tätigkeit darstellen (Vita / Ausstellungen / Abbildungen von Werken).

Die Auswahl erfolgt im Januar 2019.

Fragen / digitale Bewerbungsunterlagen bis zum 15.12.2018 an:
 kuenstlerhaus-nordhalben (at) web.de

Maxhaus | Künstlerhaus Nordhalben
Lobensteiner Straße 11
96365 Nordhalben

Donnerstag, 13. September 2018

2. Schieferwochen im Künstlerhaus


Vom 11. bis 25. September 2018

Thema: Oben Unten


Ludo Roders arbeitet in Malerei an ihrem Motto "Träumen von einer magischen Realität"

"In meinem Werken gibt es ein klares Leitmotiv: Die Realität des Menschen mit all seinen Emotionen und seiner Verletzlichkeit. Diesen verarbeite ich auf eine poetische, minimalistische und eigene Art – dort wo die Grenze zwischen Realität und Traum verblasst. Die Arbeit kommt uns näher und soll immer versuchen, die Emotion zu berühren, und den Beobachter verstummen lassen."


Martijn Smits arbeitet an einer Landschaftsstudie "12 Apostel" in Foto und Mosaik:

"Wenn wir unterwegs sind, und den Farben aus der Nähe unser Fußspuren folgen, wandert manchmal die Frage auf uns zu: Sind wir vielleicht nicht alleine und werden wir beobachtet?"


Finissage am Sa. 22. Sept. 18:00 Uhr

Besucher sind jederzeit willkommen.

Mittwoch, 5. September 2018

Künstlerhaus Rundbrief

Informationen - Berichte - Einladungen 

für alle die freundschaftlich mit dem Künstlerhaus Nordhalben „Maxhaus“ verbunden sind. 


Vom 01. 09. - 08. 09. 2018

ist das Ehepaar Inge und Herbert Schadenow aus Essen im Maxhaus und führt das Projekt „Baum verwandle dich“ mit den Kindern der 3. und 4. Klasse der Grundschule Nordhalben aus.

Am Freitag, 09. 09. 2018 um 18 Uhr

werden die Werke der jungen Künstler in der Glasgalerie allen Interessierten gezeigt. Nicht nur die Kinder freuen sich auf viele Besucher.


Vom 10. 09. – 26. 09. 2018

wird Martijn Smits aus Holland mit 2 weiteren Künstlern das Experiment „Schieferkunst“ vorbereiten, beginnen und nächstes Jahr vollenden.


Vom 28. 09. – 07. 10. 2018 

wird Viktor Cleve aus Essen sein bereits begonnenes Projekt
„Kerwajugend Nordhalben“ weiterführen. Diese hochkarätige Portraitmalerei wird uns wohl alle begeistern. Der Jugend wird damit Unsterblichkeit in Acryl zuteil.


Vom 13. 10. – 20. 10. 2018

ist Volker Ullenboom noch einmal mit einem Kollegen hier.
Wie immer hat er sein künstlerisches Vorhaben noch nicht verraten.


Diese Information wird sporadisch und nur bei Bedarf gesendet. 
Wer Interesse hat im Verteiler aufgenommen zu werden sendet bitte seine 
Email-Anschrift an das Künstlerhaus: kuenstlerhaus-nordhalben(at)web.de

Gerne dürfen Sie diesen Rundbrief an Freunde weiterleiten.

Mittwoch, 2. Mai 2018

„Komm´ in meine bunte Welt“ – Deutsch-Amerikanische Ausstellung im Künstlerhaus Nordhalben

Eröffnung, Freitag, 11. Mai um 18 Uhr
Öffnungszeiten: Sa/So/Sa 12.,13.,19. Mai von 14 – 16 Uhr
Künstlerhaus Nordhalben, Lobensteiner Straße 11, 96365 Nordhalben

In einem weiteren deutsch-amerikanischen Austauschprojekt der Grundschule Nordhalben und der List Elementary School Frankenmuth in Michigan erarbeiten die Kinder geometrische Zeichnungen, die sie mit den bunten Farben unserer Zeit füllen.

Historische Kinderfotos fränkischer Einwanderer aus dem Historical Museum Frankenmuth und die etwa zur selben Zeit entstandenen Fotos von Johnny Köstner aus Nordhalben ergänzen die farbenfrohen Zeichnungen, verknüpfen Vergangenheit und Gegenwart zu Collagen aus schwarz/weiß und bunt.

Das Projekt beginnt im August 2017 mit einem Ferienkurs im Künstlerhaus Nordhalben. Kinder verschiedener Klassen aus der Grundschule Nordhalben nehmen daran teil. Sie gestalten ihre Entwürfe und erarbeiten eine Anleitung für ihre Mitschüler. Nach den Ferien vermitteln sie in der Klasse den Ablauf zur bestmöglichen Umsetzung der Idee.

Im Dezember 2017 gehen die Bilder aus Nordhalben auf die Reise nach Michigan, werden den Schülerkollegen der List Elementary School vorgestellt und auch hier mit viel Einsatz der Kinder umgesetzt – ergänzt durch einen kleinen Vortrag über die Lebensbedingungen der Kinder um die Zeit zum Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts am Beispiel der Fotos von Johnny Köstner.

Nach der Ausstellung aller Bilder im Historical Museum Frankenmuth werden die Arbeiten nun im Künstlerhaus Nordhalben präsentiert.

Irmgard Freischlad (Niederreiter), Möllhoven 89, 45357 Essen, Telefon 0201 – 690001

www.projektraum-freischlad.de                  
                                                                       

Mittwoch, 14. März 2018

Buchvorstellung "Gesichter Nordhalbens"


Otmar und Heidi Adler veröffentlichen „Gesichter Nordhalbens“ in einem sehenswerten Buch


Nordhalben. 270 bestens wiederhergestellte Arbeiten des Nordhalbener Fotografen Johann Köstner aus der Zeit zwischen 1900 und 1930 geben einen einzigartigen Einblick in die Welt des großen Frankenwaldortes zu Beginn des Industriezeitalters.

Sie sind nun in Buchform erhältlich, das Werk wird 
am Donnerstag, 22.03.2018
um 19:00 Uhr 
im Künstlerhaus Nordhalben vorgestellt. 
Dahinter stehen Otmar und Ehefrau Heidi Adler, die den „fotografischen Schatz“ 1978 „gehoben“ hatten. Rund 400 belichtete Glasplatten lagen jahrzehntelang unbeachtet und ungeschützt in einer alten Scheune, die einem Neffen des Fotografen gehörte. Beiläufig erfuhr das Ehepaar von diesem zur Entsorgung vorgesehenen Fund und sah sich die „alten Scherben“ an, schnell erkennend, was da unter zentimeterdickem Staub verborgen war. In nächtelanger Arbeit säuberte Heidi die verdreckten und teilweise zusammen geklebten Negative, während Otmar ihre Ergebnisse in seiner Amateur-Dunkelkammer auf Papier kopierte. Zutage kamen wunderbare Aufnahmen, die bisher alle Betrachter in Staunen versetzten. Zum einen über die gelungenen Arbeiten unter freiem Himmel in häuslicher Umgebung oder oft auch am nahem Schlossberg, zum anderen über die vielen Portraits im besten Sonntagsstaat. Dazu aber auch Landschaftsaufnahmen, winterliche Freuden, Feste und einige Alltags- oder Arbeitsszenen aus dem Ort. Etliche Platten waren fehlbelichtet oder beschädigt, aber auch davon haben die Buchautoren Beispiele ausgewählt, um weitgehende Vollständigkeit zu ermöglichen.

1979 konnten die Nordhalbener erstmals ihren Vorfahren in einer kleinen Ausstellung im Rathaus ins Gesicht blicken, als sich der Ort an seine 825-jährige Geschichte erinnerte. Damals gab es noch ältere Herrschaften, die eine ansehnliche Zahl der abgebildeten Personen identifizieren konnten. 2016 fand dann eine erweiterte Ausstellung der Fotos in der Alten Schule statt, die erstmals den prägenden Namen einer anderen historischen Fotoschau anlässlich der 850-Jahrfeier im Gasthof „Weißes Lamm“ adaptierte. Mit rund 3.300 Besuchern hatte die Veranstaltungen einen unerwartet großen Andrang. Aber es gab ja einiges zu Bestaunen: Die vielfältige Eleganz vor allem der Damen mit ihren Radhüten, dazu die Noblesse der Herren, die wohl dem „gehobenen Stand“ angehörten. Aber auch schon die Schul- Beicht- und Firmkinder waren herausgeputzt, ganze Familien drapierten sich in freier Natur oder im heimischen Garten. Manchmal dienten einfache Planen als Hintergrund, zumindest aber bei den Originalen sind auch die Hofsträucher, die Scheune oder altes Mauerwerk die gängige Staffage. Im Kontrast dazu Szenerien aus der umgebenden Kulturlandschaft, den Frankenwaldhöhen, Ausflugszielen und markanten Gebäuden. Drescharbeit mit großer Dampfmaschine und vielen gekonnt aufgereihten Menschen im Hof, organisiertes Rodelvergnügen. Während sich der Fotograf bei den Portraits an den üblichen Genrevorlagen orientierte, bewies er auch bei seinen anderen Aufnahmen ein gutes Auge und gestalterische Fähigkeiten. Gleich war jedoch die hervorragende fotografische Qualität der Vergrößerungen, die jedes Detail hervorbrachten. All diese Arbeiten und mehr sind nun im Buch thematisch geordnet.

Soweit bekannt, fanden die gefundenen persönlichen Zuordnungen samt „Hausnamen“ Eingang in den Index des Buches, der aber noch viele Lücken aufweist. Da die Zeitzeugen mittlerweile wohl alle gestorben sind, wird die Puzzle-Arbeit sicher noch schwieriger, aber so ist das Buch ein dankbares Feld für Historien-Detektive, die nun in aller Ruhe zuhause die Bilder analysieren können. Modebegeisterte kommen hier zum Zug, selten wird eine solche Kleider- und Accessoire-Vielfalt innerhalb einer definierten Zeitspanne aus einem Ort zu studieren sein. Darüber hinaus drücken fast alle Bilder ein offensichtliches Selbstbewusstsein der Dargestellten und ihres Fotografen aus, obwohl die Zeiten damals auch in Nordhalben lange von Armut, Krieg und Krankheiten geprägt war. Waren es nur Stolz und Eitelkeit, die die Bürger zu diesem sicher nicht billigen Vergnügen bewegten? Auch Haustiere kamen mit aufs Bild, selbst ein Schaf ziert die fröhliche Runde. Die Diskrepanz zwischen dem allgemeinen Mangel und den teils opulenten Bildern wäre sicher eine wissenschaftliche Betrachtung wert.

Das Buch „Gesichter Nordhalbens – Photografische Fundstücke 1900-1930“mit 288 Seiten erscheint als NohA-Projekt im Eigenverlag unter Mithilfe von Victor Cleve aus Essen (Layout) und Siegfried Scheidig aus Ludwigsstadt (Digitalisierung). Der im Vergleich zu Aufwand und Wert günstige Preis (29,00 Euro) wurde zur reinen Kostendeckung kalkuliert, etwaige Überschüsse werden für die nächsten NohA-Vorhaben verwendet. Die Herausgeber Otmar und Heidi Adler stellen ihr Werk im Künstlerhaus am Lindenplatz vor. Die Präsentation wird mit Bildern der Ausstellung und Fotoutensilien dekoriert, zur Feierstunde spielt das „NohA-Quartett“ Musik aus der Entstehungszeit der Aufnahmen. Eingeladen sind alle Interessierte aus Nordhalben und Umgebung (kein Eintritt). Die Buchautoren stehen für Nachfragen und anregende Gespräche zur Verfügung. nn

Zum Fotografen: 
Johann „Schanni“ Köstner, dessen Nachfahren das Gemischtwarengeschäft „Hutela“ im Ort betrieben, war wohl kein gelernter Fotograf. Den jungen Mann hatte die Not nach Amerika vertrieben, aus dem er um die Jahrhundertwende mit vielen neuen Eindrücken zurückkehrte. Vielleicht hatte er dort die Fotografiererei entdeckt, die er dann daheim mit einer 13x18-Stativ-Plattenkamera nebenberuflich einsetzte. Viel mehr weiß man heute nicht mehr von ihm, es existieren jedoch einige Portraits. Auch er blickt so, als wenn er durchaus wüsste, welchen großen Dienst er mit seinen Bildern der Nachwelt machen würde.

Zu den Herausgebern:
Otmar und Heidi Adler sind maßgebliche Mitgründer und „Macher“ der Nordhalbener Bürgerinitiative „NohA“ sowie des Künstlerhauses. Der Seniorchef des ortsansässigen Unternehmens „Adlerhaus“ fotografiert selbst ambitioniert seit seiner Jugend und ist zusammen mit seiner Frau Kunstliebhaber mit vielen Kontakten in die Kunstszene. Die Geschichte Nordhalbens zu bewahren ist beiden ein besonderes Anliegen, das auch im Historischen Ortsmuseum Nordhalben mündete.

Für NohA von Norbert Neugebauer

Freitag, 22. Dezember 2017

Weihnachtswünsche

Liebe Freunde und Unterstützer,

wir wünschen Euch ein gesegnetes, ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise Eurer Lieben, verbunden mit den besten Wünschen für das neue Jahr.


Voller Dankbarkeit blicken wir zurück auf ein aktives Jahr und das hierbei Geschaffene. So viele Menschen aus Nah und Fern haben mitgewirkt, haben ihre Ideen, Spenden und ihre Tatkraft eingebracht und dabei Großartiges geleistet:

  • Im August wurde unser Künstlerhaus offiziell eröffnet und bietet nun die Möglichkeit, fernab von Rummel und Lärm künstlerisch tätig zu werden.
  • Ein Kunstpfad mit Skulpturen namhafter Künstler wurde entlang der Badstraße angelegt und lädt zum Verweilen und Bestaunen ein.
  • Im Friedhof wurde die Leichenhalle neu gestaltet und macht es nun möglich, würdevoll von seinen Verstorbenen Abschied zu nehmen.

Das neue Jahr wird neue Herausforderungen bringen. Dank Eurer Unterstützung ist uns davor nicht bange, denn miteinander werden wir weiterkommen.

 NohA

Montag, 30. Oktober 2017

Sphärisches Blau und hinreißende Leuchttöne des Herbstes

Künstlerhaus Nordhalben präsentierte zum Abschluss seines Kunstjahres Werke von Anne Friederichsen

Vor Eintritt in die Winterpause präsentierte das Maxhaus großformatige Acrylarbeiten der Essener Künstlerin Anne Friederichsen. Ihre teilweise von Herbstimpressionen inspirierten, vielfältigen visuellen Vorstellungen versetzten die Besucher in einen wahren Farbenrausch.

Die Künstlerin, zwei Wochen zu Gast im Maxhaus, erklärte zu ihren Werken:" Ich befinde mich an einer Schnittstelle von abstrakter zu gegenständlicher Malerei. Energisch ineinander greifende Pinselstriche treffen starke Farbführung. Hell und Dunkel stehen gegenüber oder vereinigen sich im Verlauf. Sphärisches Blau, das uns Träume entlockt, wird von Erdtönen oder fleischlichem Rosé überlagert. Wie im richtigen Leben prallen Gegensätze aufeinander und ergeben im positiven Fall ein harmonisches Ganzes.

Reine Malerei - ein Tanz von Farben und Linien - löst sich zuweilen von jeder Vorstellung und lässt ein gegenstandsloses Potpourri entstehen. An anderen Stellen bündelt sich meine Kunst erneut zu erkennbaren Formen, die unsere Fantasie und unsere eigenen Vorstellungen beflügeln sollen.

Nicht nur jahreszeitliche Inspirationen konnte sich die Künstlerin im Frankenwald holen. Auch das "platte" Leben schenkte ihr Anregungen. So gewann sie einen tagelangen Kampf mit einem großen Steinofen, den sie täglich füttern und bei Laune halten musste.

Seinen künstlerischen Ausdruck bekam dieses Zusammentreffen in feinen, aschton - zart - farbigen Kompositionen, in denen die Betrachter/Innen sehr schnell Nordhalben - Perspektiven entdeckten.

Die Nordhalbener dankten ihr ihre wunderbaren, künstlerischen Einfälle mit viel Interesse und reger Anteilnahme. In zahlreichen Gesprächen ließen sie sich abstrakte Werke erklären und fanden so Zugang zu Bereichen, die ihnen bis dort hin unbekannt geblieben wären. Auch die Kernteam - Mitarbeiter von NohA partizipierten von Friederichsens großer Erfahrung als ehemalige Leiterin einer Essener Künstlervereinigung. Sie konnte wertvolle Ratschläge und zahllose Praxishilfen für die Führung eines Künstlerhauses, bei der wir erst noch viel Erfahrung sammeln müssen, geben. Sie wird, zusammen mit unseren fünf Essener "Stammkünstlern" und Künstlerinnen, auch für die weitere ZuKunst Nordhalbens, eine wertvolle Freundin und Beraterin sein.

Die abschließende Vernissage am Donnerstag, dem 12. 10., wurde mit Musik umrahmt, die sich passend in Grenzbereiche zwischen Impressionismus und Moderne, teilweise melancholisch, teilweise atonal anhörte. Während sich der Argentinier Astor Piazolla zwischen Sentiment und spontanem Aufbrausen bewegte, blieb die Musik des Franzosen Satie unbestimmt zwischen den Tonalitäten; der Hörer weiß nie genau, ob er seinen Höreindrücken tauen darf, oder ob nur einer Sinnestäuschung verfällt.

H.F. für NohA

Sonntag, 22. Oktober 2017

Außergewöhnliche Schieferkunst im und um das Künstlerhaus.

Berta Shortiss und Martijn Smits beflügelten Frankenwald - Schiefer zu unbekannten künstlerischen Höhenflügen

Zwei Wochen im September lebten und arbeiteten die Schweizer Bildhauerin Berta Shortiss und der Niederländische Künstler Matijn Smits im Nordhalbener Künstlerhaus.

Shortiss schuf die über zwei Meter hohe, sogenannte "Schiefertanne", die aus mehreren übergroßen Felsbrocken übereinander gesetzt wurde. Das Kunstwerk ziert den gerade entstehenden Skulpturen - Pfad. In elegantem Renaissance - Schwung zeigt sich die schwarz glänzende, ästhetisch glatte Skulptur, die alles Schwere des ursprünglich spröden Materials verloren hat und nun vielmehr den Charme wunderbarer Leichtigkeit verbreitet.

Bei aller Kunst darf die logistische Meisterleistung Otmar Adlers, des Initiators, Organisators und Motivators des Kunstpfades, nicht übersehen werden. Adler sichtete in den umliegenden Steinbrüchen geeignetes Material, stellte geeignetes Hub - und Transport- Gerät zur Verfügung oder organisierte Transporte, schuf geeignete Untergründe für die Aufstellung der Werke und wurde nicht müde, die Schiefer - Wünsche der Akteure zu berücksichtigen. Auch ihm gebührt großer Dank für seine selbstlosen Einsätze!

Leider konnte "sein" Skulpturenpfad nicht, wie ursprünglich geplant, in diesem Herbst noch eingeweiht werden. Bereits im August gesellten sich zwei Kunstwerke Volker Ullenbooms, der "Morpheus", bereits 2014 im Rahmen der HOLZ ART entstanden und Nordhalben als Geschenk überlassen! und die "Fünf Sinne", eigens für Nordhalben 2015 gefertigt, zu weiteren Werken. Die übergroße Skulptur "Antenna", von Smits 2014 ebenfalls für HOLZ ART geschaffen und dann Nordhalben geschenkt! muss wegen Materialproblemen auf seine endgültige Exponierung leider noch etwas warten. Wir werden zu geeigneter Zeit im Frühjahr weiter über dieses Projekt berichten.

Die Künstlerin Shortiss rang dem eigenwilligen Material Schiefer aber auch noch Aspekte ganz anderer Art ab. Im Atelier schuf sie kleine, feinsinnige, fast filigrane Werke; erst beim zweiten Hinsehen erkennt man tiefe Mehrdeutigkeit und Hintersinn. "Zwischenschichten" meint hier Bereiche menschlichen Seins, die uns nicht unbedingt zugänglich sind und nur künstlerisch abstrahiert in dem dunklen Schiefer ihre Projektionsfläche finden, aber auch dadurch erst für uns sichtbar werden.

Wunderbar andersartig war Smits Zugang zum schwarzen Frankenwald - Urgestein. Er ließ dem Material seine ursprüngliche Schwere, lenkte durch geschickte Farbgebung aber den Blick auf Strukturen, die dem Auge sonst verborgen geblieben wären.

Seine Thematik: "Ziegen, Schwalben, Scheunen", uns wohl allen bekannte Attribute des ländlichen Frankenwaldes, fanden sich in arttypischen, tiefen Spuren, vom Zahn der Zeit in den Stein eingegraben. So konnten zirkuläre Linien im Stein den Schwalbenflug verdeutlichen, schroffe, kantige Ebenen spiegelten den eigenwilligen Lauf der Ziegen und aufrecht ruhende Blöcke versinnbildlichten die Schwere von Menschen geschaffener Objekte. Bei der Abschlussveranstaltung verdeutlichte Smits noch einmal: Wenn man Tiere gestaltend eingreifen ließe, würde unsere Umwelt viel leichter und erträglicher gestaltet werden. Menschen müssen alles monströs übereinander türmen. So verstellen uns Hochhäuser den Blick in den Himmel. Die Bauwerke von Schwalben beispielsweise sind leicht, kaum merklich fügen sie sich in die Schöpfung ein.

Genau zur Halbzeit der Schieferwochen lud Smits Freunde, Nachbarn und sonntägliche Spaziergänger ein, sich selbst an Arbeiten mit Schiefer zu versuchen. Alle waren sich einig. Erst der geheimnisvolle, schwarze Untergrund kleiner Schiefertafeln, die in den phantasievollsten Formen zu finden waren, tritt Farbe in wahrlich neuen Qualitäten zu Tage und überrascht selbst seine "Schöpfer". Dabei wird jede noch so kleine und unbedeutende Schiefer - "Unterlage" zu einem kleinen Kunstwerk besonderer Art, wenn es erst einmal dem Steinbruch abgerungen und in neue Zusammenhänge gestellt wurde.

So gesehen waren die 1. Nordhalbener Schieferwochen ein weiteres kleines Highlight im Verlauf unseres Kunstjahres, bei dem heuer zwölf Künstlerinnen und Künstler in unserem Ort tätig wurden und uns mit ihrer Kunst bereicherten und beschenkten!

H.F. für NohA

Montag, 16. Oktober 2017

Künstlerische Impulse, wie sie unterschiedlicher nicht sein können.


Volker Ullenboom und Martin Schlenger weilten zwei August - Wochen im Künstlerhaus Nordhalben und bereiten neben intensiver künstlerischer Arbeit die langersehnte Einweihung des Maxhauses vor!

Wunderbare künstlerische Impulse setzten Volker Ullenboom und Martin Schlenger in der Zeit ihres vom 08. bis 19. August dauernden Aufenthaltes im Künstlerhaus. Während Schlenger seiner früheren "Passion" getreu blieb und Drucke, dieses Mal "Abdrucke" in Ton schuf, arbeitete Ullenboom einerseits hoch artifiziell mit Holz, aber er zeigte sich auch von einer ganz anderen Seite.

Mit jugendlich, dadaistischem Sprachwitz und mit höchst unangepasstem Hang zum Surrealismus schuf er eine Installation, die erst bei vollkommen unvoreingenommenem sich Hineinversetzen evident wurde. In seiner Antennenaktion "Cosmopondenzen" sollte eine für alle sichtbare, reale Antenne Stimmungen und Schwingungen aufnehmen, wie sie nur Künstler wahrnehmen können. Ullenboom präsentierte Künstler hier als unsere Seismographen emotionaler, mentaler, kurz einfach kreativer Schwingungen, die in einer Zeit informativer, visueller und auditiver Reizüberflutung kaum mehr existieren. Im Mittelpunkt dieser Aktion stand die Frage:" Woher nehmen Künstler/Innen überhaupt noch Inspirationen"? "Welche Signale empfangen sie aus der Außenwelt und aus ihrer ureigenen Innenwelt?" Die bereits vor knapp zwanzig Jahren in Gelsenkirchen durchgeführte, spektakuläre, ähnliche Kunstaktion fand auch im ländlichen Kulturraum des angehenden 21. Jahrhundert augenzwinkerndes Verständnis und ihre Anerkennung.

Ein zweiter Schwerpunkt Ullenbooms Schaffen galt der Ankunft und dem Abschied. Zwei makellos schwarz geflämmte, ästetisch glatte, etwa 40 cm große Holzfiguren verdeutlichten mit sinnfälligen äußeren Symbolen diese konträre, emotional aufgeladene Grenzsituation.

Schlenger bereitete seine diesjährige Aktion "Phönix" bereits monatelang vorher emotional und informativ vor. Er wollte die Betrachter mit einer mindestens 25.000 Jahre alten, jungsteinzeitlichen Verfahrensweise der Tonscherben - Herstellung vertraut machen. An sorgfältig ausgesuchtem und eigens dafür ausgependelten Ort bereitete er einen Erdgruben- Brennofen vor. Die unterirdische, archaische "Brennkammer" musste mehrere Tage intensiv auf 400° vorgeheizt werden. Anschließend kamen Tongefäße, die auf ganz geheimnisvolle Weise dem Körper abgenommen wurden (dem Ellenbogen, der Kniescheibe, dem menschlichen Schädel), sorgfältig in Nordhalbener Erde verpackt, in die "Brennofen - Grube". Oben aufgelegte Gras - Soden verhinderten Eindringen von Kälte und Feuchtigkeit. Nach drei Tagen Brennzeit konnten die Schätze wieder das Licht der bereits ungeduldig wartenden, oberirdischen Welt erblicken. Die Ergebnisse dieses Fertigungs- Prozesses waren überwältigend. Perfekt gebrannte, Asche - duftende, dezent gefärbte Tonware präsentierte sich! Die Schlichtheit und Unaufdringlichkeit dieser handgefertigten Objekte überzeugte alle.

In den Schaffenspausen und Wartephasen bereiteten die beiden Künstler das "Maxhaus" wunderbar gestaltet, auf seine "Wiedergeburt und Wiederbelebung" vor. Wohnräume bekamen künstlerisches Leben eingehaucht, Arbeitsräume wurden als solche mehr als erkennbar gemacht... Die über 150 neugierigen Besucher/Innen waren am Einweihungstag begeistert von Arbeits - und Wohnräumen, die hier in der zurückliegenden einjährigen Bauphase entstanden sind. Gemeinsam haben Essener Künstler/Innen und Nordhalbener Bürgerinnen und Bürger, ohne einen Cent Zuschuss, bewiesen, was sie zusammen schaffen können. Hochwertige Kulturpflege, auch im ländlichen Raum.

H.F. für NohA

Sonntag, 8. Oktober 2017

Sphärisches Blau und fleischliches Rosé des Herbstes


Künstlerhaus Nordhalben präsentiert Arbeiten der Essener Künstlerin Anne Friederichsen

Am Donnerstag den 12. Oktober lädt das Nordhalbener Künstlerhaus, Lobensteiner Straße 11, um 19:00 Uhr zu einer Ausstellung der Essener Künstlerin Anne Friederichsen. Die Kunstpädagogin und Malerin, 1957 geboren in Münster, lebte und arbeitete zwei Wochen im Nordhalbener Künstlerhaus und präsentiert nun im "Gläsernen Atelier" ihre hier entstandenen Werke. Ihre großformatigen Acrylarbeiten versetzen alle in einen wahren Farbrausch.


Die Künstlerin sagt über ihre Werke: "Ich befinde mich an der Schnittstelle von abstrakter zu gegenständlicher Malerei. Energisch ineinander greifende Pinselstriche treffen starke Farbführung. Hell und Dunkel stehen gegeneinander oder vereinigen sich im Verlauf. Sphärisches Blau, das uns Träume entlockt, wird von Erdtönen oder fleischlichem Rosé überlagert. Wie im richtigen Leben prallen Gegensätze aufeinander und ergeben im positiven Fall ein harmonisches Ganzes."

Bereits die sechs - stündige Anreise nach Nordhalben im gleißenden Sonnenschein ließen bei der Künstlerin vielfältige visuelle Vorstellungen entstehen und boten Inspirationen zu unterschiedlichen Bildgebungen. Reine Malerei - ein Tanz von Farben und Linien - löst sich zuweilen von jeder Vorstellung und lässt ein gegenstandsloses Potpourri entstehen. An anderen Stellen bündelt sich ihre Kunst erneut zu erkennbaren Formen, die unsere Fantasie und unsere eigenen Vorstellungen beflügeln sollen.


Die farbintensiven Werke, die leider nur zwei Tage zu bewundern sind, bieten im Moment einen wunderbaren Gegensatz zur uns allen hinlänglich bekannten Herbst - Tristesse unseres Frankenwaldes. Sie sollten sich dieses intensive Eintauchen in sorgfältig abgestimmte Farbpaletten nicht entgehen lassen.

(H.Frank für NohA)

Montag, 28. August 2017

Ein Festtag für Nordhalben


Maxhaus wurde nach nur zwei Jahren Planens und Umbaus feierlich eröffnet. Künstler sollen hier Räume zur Entfaltung ihrer Kreativität finden.

Am Samstag den 19. August war es endlich so weit. Das Künstlerhaus Nordhalben, von den Bürgern liebevoll mit seinem alten Hausnamen "Maxhaus" benannt, wurde stilvoll eingeweiht. Bei festlichen Musikklängen von Johann Sebastian Bach saßen über einhundert Gäste und Künstlerhaus - Freunde auf eigens gesperrter Straße beisammen. Sie genossen die Wärme und die heitere Atmosphäre eines Straßenfestes - Nachmittags bei spätsommerlichen Temperaturen.

In der Begrüßung durch Bürgermeister Pöhnlein konnte man erfahren, dass dieses besondere Projekt von einigen Bürgern zunächst als "spinnerte Idee" abgetan worden sei. Das eindrucksvolle Ergebnis dieser Spinnerei könne man ja nun sehen. Das Interesse der Bevölkerung sei groß und zeige, dass es sich nicht nur um die Liebhaberei einiger weniger handele. Es gehe zwischenzeitlich um ein Leuchtturmprojekt gegen Strukturwandel mit einer Signalwirkung weit über die Marktgemeinde hinaus. Dies sei ein wunderbares Happy End für das 150-jährige Gebäude.

Die kurzweilige Festrede Otmar Adlers ließ den mühsamen Entstehungsprozess nochmals lebendig werden. Er berichtete von all den kleinen und großen Katastrophen des Umbaues, die von einsturzgefährdeten Decken- und Eingangsbereichen bis zu zusammen-gebrochenen Abwasserleitungen reichten. Alle fünf Künstler der ersten Stunde und die 30 ehrenamtlichen Helfer/Innen hätten dazu beigetragen, dass die Bauzeit kaum länger als ein Jahr gedauert hätte. Durch das Künstlerhaus sei Nordhalben interessanter und schöner geworden. Adler schloss seine Ausführungen mit der Feststellung:" Ein altes Haus wieder instand zu setzen, ist viel interessanter und schöner, als ein neues zu bauen, und kostet kaum das Doppelte."

Glücklicher Weise habe die gebürtige Nordhalbenerin Elisabeth Neumeister eine Stiftung von 100.000 € eingerichtet, damit die finanzielle Lage einigermaßen entspannt und für einige Jahre gesichert sei.

Anschließend hatten zwei Künstler das Wort, die stellvertretend für alle im und am Haus schaffenden Künstler sprachen. Volker Ullenboom erinnerte nochmals an die gemeinsamen Stunden zusammen mit Otmar Adler, als der Gedanke eines Künstlerhauses Gestalt annahm. Murnau war schließlich vor dem Eintreffen der Künstlergruppe "Blauer Reiter" auch nichts anderes, als ein verschlafenes Bauerndorf, meinten damals Mitstreiter von NohA. Heute ist es das Mekka der Kunst im alpenländischen Raum. Warum sollte so etwas nicht auch mit Nordhalben möglich sein. Mit ähnlichen Vorbildern vor Augen schöpfte man Mut und Zuversicht und entwickelte Visionen. Eine Region ist schließlich immer das, was die Menschen daraus machen.

Kunst brauche Räume und energiereiche Orte, an denen sich Kreativität entfalten können, meinte Ullenboom weiter. Ganz offensichtlich ist dies in Nordhalben möglich, denn mittlerweile gibt es eine stattliche Anzahl an Künstlern aus Essen, die hier gewirkt und ausgestellt haben und heuer noch kommen werden.

Martin Schlenger fertigte heuer keine Holzdrucke, sondern "Abdrücke" aus Ton , die wie Phönix inmitten von Asche entstanden. Er beschrieb sein Wirken im Künstlerhaus mit den lyrischen Worten: "Den Wald kannten wir nicht, aber wir fanden neben ihm Authentizität und sichtbaren Handlungsbedarf." Er machte bereits wertvolle Erfahrungen im Ruhrgebiet, die er auf Nordhalben übertragen kann. Denn auch der Stahl- und Kohlepott hat bereits einen massiven Strukturwandel hinter sich. "In vielen Industrie- und Kohlebrachen fand Kunst spektakuläre Räume. Im Jahr 2010 war Essen "Kulturhauptstadt Europas". Und so macht der Brückenschlag zwischen den Essener Künstlern und Nordhalben plötzlich sehr viel Sinn. "Es ist sichtbar, dass hier etwas passieren muss, aber es ist kein Horror, dass sichtbar wird, was passiert," so die weiteren Gedanken Schlengers.

Im Folgenden kamen zahlreiche Gäste zu Wort. Stellvertretender Landrat Gerhard Wunder sprach von einem großen Tag für Nordhalben. Das Projekt komme aus der aktiven Bürgerschaft und führe beispielhaft den Leerstand einer neuen, nachhaltigen Nutzung zu. In Verbindung mit der Natur solle so der Tourismus besser vermarktet und ausgebaut werden.

Fritz Maier von den Bay. Staatsforsten, von ihm erhielt das Künstlerhaus schon reiche Geld- und Holzspenden, übermittelte seine Glückwünsche und sicherte weitere Hilfen zu.

Auch Hansjürgen Möhrle von der VR Bank, der bereits letztes Jahr einen Scheck von 5.000.- € überreicht hatte, versprach erneute Unterstützung.

Gäste aus Kronach, Herr Rainer Kober von KRONACH KREATIV und Ingo Cesaro, Poet und Initiator von HOLZART, traten als weitere Gratulanten auf.

Den Segen Gottes spendete zuletzt Pfarrer Albrecht Stammler der Herrnhuter Brüdergemeinde aus dem Thüringischen Ebersdorf.

Eine Komposition eines Brasilianischen Komponisten folgte am Ende der Grußworte. Er war ein großer Bach - Verehrer und schrieb häufig ganz in seinem Stil. So schloss sich der Kreis von einer barocken Orchester- Suite bis zur programmatischen Moderne im Sinne Bachs.

Zum Höhepunkt des Festaktes öffnete das Künstlerhaus Nordhalben seine Pforten zu einem Sektempfang und zu einer umfassenden Hausbesichtigung. Lobende, beinahe oft ungläubige Worte erklangen. Zahlreiche Besucher, auch Künstlerinnen aus der Nachbarregion, äußerten spontan den Wunsch, hier unbedingt doch auch mal arbeiten und wohnen zu dürfen.

Und das ist schließlich jetzt gut möglich. Vier variable Atelierräume, Außenanlagen für Holz- und Stahlarbeiten, dazu fünf verschieden nutzbare Gästezimmer laden ein und freuen sich auf Kunstschaffende.

Rechtzeitig zum Einbruch der Dämmerung kam die imposante Fassaden - Beleuchtung zum Einsatz und setzte Viktor Cleves beeindruckendes Kunstwerk ins rechte Licht. Dürers Eva begrüßt nun, eingetaucht in warmes Licht, begleitet von zwei geistig sprühenden Künstlern, den Betrachter. Zusammen mit dem reich illuminierten Gläsernen Atelier kann man deutlich und weithin sehen, dass hier feine, authentische Kunst geschaffen wird und ihre Heimat haben wird.

H. Frank für NohA

Mittwoch, 12. Juli 2017

Dem geheimen Zauber des Frankenwaldes erlegen

Vom 02. bis 09. Juli genossen das Essener Künstlerpaar Dagmar Wolf und Bernd Engels die Gastfreundschaft des Nordhalbener Künstlerhauses. Beide können sich endlich auf die wesentlichen Dinge des Lebens, nämlich die Kunst, konzentrieren. Sie leben jetzt, nach Jahren anstrengenden Schuldienstes als Kunstpädagogen, im Ruhestand.
Dagmar Wolf und Bernd Engels 

Nach nur kurzer Zeit ließen sich die Beiden auf den geheimen Reiz und den Zauber des Frankenwaldes ein und waren sich einig: Es bedarf keiner großartigen Kunstmetropolen. Gerade in ländlichen Regionen kann man wunderbar inspiriert werden und entspannt arbeiten. Eine intensive Wahrnehmungsbegrenzung auf wenige Naturphänomene lässt diese noch wunderbarer erscheinen. So entdeckt Dagmar Wolf vertrocknete Blätter und von der Witterung stark gezeichnetes Altholz und erweckt diese im Atelier zu ungeahnter Künstlerischer Ausdruckskraft. In zarten Skizzen erscheinen Wurzeln wie kleine Naturwunder.



Bernd Engels hat den Reiz alter brom-farbener Postkarten und Drucke entdeckt. Er lässt diese mit deutlich erkennbaren künstlerischen Einfügungen in Beziehung treten und befähigt den Betrachter dazu, ganz neue Geschichten zu sehen.

Unachtsam weggeworfene Papierfetzen oder Wellpappe-Abschnitte werden neu formiert und in ungewöhnlichen Kontext gesetzt. Scheinbarer Abfall wird dadurch zu ungeahnten kleinen Kunstwerken, die dem Besucher keine Phantasie-Grenzen setzen.

Die beiden Künstler bedankten sich beim gastlichen Nordhalben mit einer Ausstellung am Wochenende. Sie konnten leider nur kurz bleiben, aber sie haben einen neuen Besuch in Bälde versprochen.


Bilder von der Vernissage:
Musik mit Angelika und Bert

Den Grußworten lauschen

Fachsimpeln


miteinander reden


Das Künstlerhaus hat diesen Sommer noch eine ganze Menge zu bieten.

Vom 22. bis 28. Juli wird unser Fassaden-Gestalter Viktor Cleve noch einmal hier sein.

Das Highlight für heuer ist die große Einweihungsfeier am 19. August. Bereits zwei Wochen vorher werden die Künstler Volker Ullenboom und Martin Schlenger im Haus arbeiten und alles für die große Feier vorbereiten.

Im September gibt es noch einen weiteren Höhepunkt, die Schiefer-Wochen mit der Bildhauerin Berta Shorties aus der Schweiz und dem Aktionskünstler Martijn Smits aus den Niederlanden. Hier ist auch ein Workshop für Gäste geplant.

Mit Edelgard Dullien klingt unser Kunstjahr aus. Diese Künstlerin wird den Kontakt mit unserer Klöppelschule suchen.

Im Spätherbst werden schließlich noch Werke von Kunststudenten unserer Region zu sehen sein.

(Text: H. Frank; Fotos: Otmar Adler)

Freitag, 30. Juni 2017

Künstlerhaus in Nordhalben erhielt bemerkenswerte Fassade


In der dritten und vierten Juniwoche erhielt das Künstlerhaus sein endgültiges "Gesicht".

Der Essener Künstler Viktor Cleve schuf vor aller Augen ein Kunstwerk, das in seiner Einmaligkeit, Bewegtheit und Frische besticht.

Nachdem die beiden Farbakrobaten Albert und Klaus in gewohnter Stille und Gründlichkeit dem gesamten Haus ein neues Gewand angelegt hatten, war man mit dem wunderbaren Ergebnis eigentlich schon zufrieden. Der bestechend leuchtende Gelbton verleiht dem gesamten Straßenzug plötzlich neues Licht.







Wie erstaunt war der Betrachter dann, als die gelungene Arbeit plötzlich weiterging.





Der Künstler Cleve ließ auch bei diesem Kunstwerk seine ganz eigene Bildsprache erklingen: Man konnte live miterleben, wie mehrere "Erzählebenen" übereinander gelegt wurden. Dadurch soll der Betrachter, der zunächst vom vordergründigen Bildgeschehen gefangen genommen wird, zum Entfalten ganz eigener Geschichten angeregt werden. Geschichten, die zwischen Vordergrund und erst später sichtbaren, verschiedenen Hintergründen konkurrieren, aber auch sich auch dann erst entfalten sollen.

Viktor Cleve


Um es für den Betrachter leichter zu machen, soll das Gesamtkunstwerk so erklärt werden, wie es entstanden ist, nämlich vom nur bei genauerem Hinsehen erkennbaren Hintergrund. Hier sind zunächst schmale, miteinander verbundene Linien entstanden, die an die Geometrie alter Fachwerkhäuser erinnern sollen. Unser Maxhaus ist ja in der Tat ein historisches, 150 Jahre altes Gebäude. Das architektonische Formenspiel bringt Bewegung und Struktur in die große Fläche.

Die hellen Kreise, Quadrate und Dreiecke stehen für Mathematik, Wissenschaft, Kunst und Architektur. Besonders augenfällig sind die kräftig roten Linien, die zwei Punkte verbinden. Hier soll eine Kommunikationsform, nämlich eine Unterhaltung, ein aufeinander Eingehen zweier Punkten ausgedrückt werden. Dieser so entstehende "Kommunikationsstrom" zieht sich, zunächst fast unmerklich, weil farbdezent, über das gesamte Kunstwerk.

Im Mittelpunkt, leuchtend weiß und strahlend, begrüßt den Betrachter Albrecht Dürers Eva. Sie steht für die großen alten Maler. Ihre Frisur zeigt stellvertretend den Aufbruch in die neue Zeit. Links, farblich etwas zurückhaltender, zeigt sich uns "der Künstler", mit einem Kopf voller sprühender Ideen. Der Springer auf der rechten Seite steht für den Sprung in die neue Zeit, für den Aufbruch. Er jongliert einen Baum auf dem Kopf, ein Synonym für das Wachstum. Diese gewagte Jonglage soll auch zeigen, dass Künstler immer wieder Mut aufbringen, Neues zu wagen. Zugvögel stehen für die zufliegenden Ideen, aber auch für das Wiederkehren der Künstler.

Nach links hin verdichten sich die anfangs beschriebenen Hintergrundformen. Aber der Betrachter hat das Gefühl, dass sich die vertrauten Kreise und Dreiecke auf der Seitenfläche nun in Flüchtigkeit auflöst. Das Kunstwerk entgleitet einem in einen visionären Raum hinaus.



An dieser Stelle großen, herzlichen Dank an den Künstler Viktor Cleve, der für unsere Gemeinde so wunderbare, reiche Malerei schuf!

(H. Frank für NohA; Fotos: O. Adler)

Samstag, 22. April 2017

"Heimat im Handgepäck" Eine deutsch- amerikanische Ausstellung

Ausstellung im Künstlerhaus im Mai


1845 gründeten Siedler aus dem Frankenwald den Ort Frankenmuth in Michigan. Das historische Museum Frankenmuth zeigt mitgebrachte Dinge der fränkischen Einwanderer, darunter auch einige Spielsachen.

Bei einem Besuch im Museum stellte sich die Frage: Was würden Kinder unserer Zeit als ihr liebstes Erinnerungsstück mitnehmen, wenn sie ihre Heimat verlassen müssten?

Zunächst machten sich die Kinder in Nordhalben Gedanken. Sie brachten ihre Lieblingsstücke in die Schule mit, entwickelten Zeichnungen und Collagen. Die fertigen Arbeiten reisten in die USA, nach Michigan. Auch hier beschäftigten sich die Kinder intensiv mit dem Thema und schon nach wenigen Tagen lagen ihre Bilder bereit.

Alle Kinder haben sehr schnell verstanden, dass es um Begriffe geht, deren Wirkung mit Worten nicht immer leicht zu beschreiben ist:

Abschied nehmen und Zurücklassen vertrauter Menschen in der gewohnten Umgebung, 
Heimweh,
 Schutz suchen am fremden Ort - auch mit Dingen, die an daheim erinnern,
Zeit - die man braucht, sich in einem anderen Land wieder wohl zu fühlen.

Welcher Gegenstand soll mich dabei begleiten?


Nach der Ausstellung aller Arbeiten im Historischen Museum Frankenmuth sind die Bilder nun in Nordhalben zu sehen.

Gibt es Unterschiede in den liebsten Erinnerungsstücken der deutschen und amerikanischen Kinder?

Das dürfen die Besucher der Ausstellung im Künstlerhaus Nordhalben herausfinden.

Grundschule Nordhalben (Kombiklasse 3/4) - List Elementary School Frankenmuth, Michigan.

Ausstellung im Künstlerhaus Nordhalben, Lobensteiner Straße 11 -

Eröffnung: Donnerstag, 4. Mai, 18:00 Uhr

Ausstellungsdauer: 5. - 21. Mai, 
geöffnet jeden Freitag, Samstag und Sonntag 
von 14:0 - 16:00 Uhr (geführte Ausstellung!)

(Irmgard Freischlad, Essen)